Sektenkinder

Über das Aufwachsen in einer Sekte, das Verlassen und den Neuanfang

»Es gehört so viel Mut dazu, ein System, in dem du groß geworden bist, zu hinterfragen und dem den Rücken zuzukehren. Das ist ein Glaubens- und Heimatverlust und ein völliger Neustart in einer fremden Welt. Es ist so mutig. Das ist einfach ganz, ganz groß.«
Melanie, 38 Jahre, Sektenkind

In sektiererischen Gruppierungen aufzuwachsen bedeutet, gravierenden Einschränkungen, Belastungen, aber auch Traumatisierungen ausgesetzt zu sein. Autoritäre und patriarchalische Strukturen gehören ebenso zum Tagesablauf wie abgegrenzt von der Außenwelt zu sein oder bei Verstößen gegen Normen und Glaubensvorstellungen streng von der Gemeinschaft geahndet zu werden. All dies prägt die Kindheit nachhaltig und wirkt sich auf die Persönlichkeit, aber auch auf die Gestaltung von Beziehungen aus. Der Ausstieg aus dem Glaubenssystem wird dann aber nicht etwa als Erleichterung empfunden, sondern ist eine belastende Verlustsituation. Aussteiger verlieren ihren Schutzort, die Sicherheit und Geborgenheit, die die Gemeinschaft ihnen bietet – sie fühlen sich in der fremden Welt allein gelassen, unglücklich und orientierungslos.

Dass es ein Leben nach der Sekte und eine positive Perspektive gibt, zeigt dieses Buch eindrücklich anhand vieler O-Töne erwachsener Aussteiger. Ein Fachkapitel hilft Sektenkindern, das Erlebte in die eigene Biografie einzuordnen, und soll ermutigen, sich Hilfe zu suchen und neuen Mut zu schöpfen.

Ein Buch für alle, die in Sekten aufgewachsen sind, einen Ausstieg erwägen oder diesen bereits vollzogen haben, deren Partner*innen, Angehörige und Freund*innen. Aber auch Beratungsstellen und professionell Helfenden, die Aufklärungsarbeit leisten, eröffnet das Buch neue Sichtweisen und Perspektiven. Mit Beiträgen von Dieter Rohmann und Katharina Meredith, die Sektenaussteiger*innen Beratung und Seminare anbieten.

Ein sehr bewegender und eindrücklicher Blick hinter die verborgenen Strukturen, tief in das Seelenleben sogenannter Sektenkinder.

Quelle Text und Bild: Psychiatrie Verlag

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